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Frühjahrskonzert 2008

Musikalischer Ulk mit Plastikeimern
Blaskapelle „Einklang“ gastierte beim Frühjahrskonzert im Proppenvollen Begegnungszentrum


Baumeisters bunter Blumenschmuck, hoch motivierte Bläser und Dirigenten auf der Bühne, begeistert applaudierende Zuhörer und mit Martin Schulze ein Moderator, der die einzelnen Musiktitel im Rahmen einer akribischen Recherche mit beeindruckenden Hintergrundinformationen versah: Es stimmte Samstagabend einfach alles beim Frühjahrskonzert der Blaskapelle „Einklang“ im Begegnungszentrum.

„Wenn alle 65 Nachwuchsmusiker, die wir durch den Tag der Musik in der Maximilian-Kolbe-Schule gewinnen konnten, durchhalten, dann kriegen wir hier im Raum ein Problem“, stellte Vorsitzender Winfried Striewe angesichts jenes Teils von 50 Eltern und Großeltern fest, die schon diesmal zweieinhalb Stunden lang ohne eine Sitzgelegenheit ausharrten, um ihren musikalischen Nachwuchs mit Applaus zu bedenken.

Den größten Teil des Konzertes gestaltete das von August Krayenbrink geleitete Hauptorchester, das den musikalischen Reigen mit Robert Buckleys „An olympic celebration“ im Vorfeld der olympischen Spiele eröffnete. Die Melodie von Joaquin Rodrigos „En Aranjuez con tu Amor“ hat schon viele interessante Bearbeitungen erfahren. Die „Einklang“-Bläser griffen die aus dem Film „Brassed off“ bekannte Version auf, wobei Bastian Striewe als Flügelhornsolist viel Beifall erntete.
Als brillante musikalische Fremdenführer entpuppten sich die Bläser in Lorenzo Pusceddus „Prochytas“. In vier Sätzen schilderten sie eine Rundfahrt um die kleine Insel Procida im Golf von Neapel, einen musikalischen Ausflug, der vom Reiseführer Martin Schulze mit solch farbenfrohen Schilderungen der italienischen Region versehen wurde, dass sich den Zuhörern die perfekte Illusion einer Urlaubsreise in mediterrane Gefilde bot.
Den heißen Atem Spaniens, glutvolle Liebe und Sehnsüchte mit rhythmischem Feuer sowie eine lyrische Melodie zum Leben weckte das weltberühmte Tenorlied „Granada“.

Wenn der Dirigent - wie August Krayenbrink - ein Holländer ist, dann ist das Werk eines niederländischen Komponisten ein Muss bei jedem Konzert: Der erste Satz aus Jan van de Waarts fünftem Klarinettenkonzert stand diesmal auf dem Programm und bot der Klarinettistin Sarah Cornelis Gelegenheit zu einer Soloeinlage.
Mit dem Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, den der 17-jährige Florian Pedarnig im Jahre 1955 komponierte und der vor zwei Jahren zu einem Hit in den Charts wurde und dabei die Herzen der Teenager im Nu eroberte, schickten die „Einklang“-Musiker, singend von der Schönheit Tirols schwärmend, das Publikum in die Pause, die den Besuchern Gelegenheit bot, sich im Foyer über die Arbeit des Fördervereins zu informieren.

Nach der Pause stellte sich der Einklang-Nachwuchs vor. 30 Kinder und Jugendliche des Aufbauorchesters hatten sich während eines Probentages unter Leitung ihres Dirigenten Hubert Dahlhaus auf ihren Auftritt vorbereitet. Mit dem „Land of Hope and Glory“, der heimlichen Nationalhymne der Engländer, dem „A sailor`s adventure“ und der „Samba Rio“ gaben die Jungen und Mädchen Kostproben ihres enormen Lernfortschritts.

Mit dem Vortrag der „Variazioni in Blue“, einer Reihe von Variationen, die auf melodischen Blues-Elementen beruhen, begann das von August Krayenbrink geleitete Jugendorchester seinen Beitrag zum Konzert, dem in der „Easy Pop Suite“ ein musikalischer Part mit fetzigen Rhythmen folgte.

Nicht im Programm ausgewiesen war eine Premiere der originellsten Art: Als „Eimer-Brigade“ begeisterten Martin Dahlhaus, Uli Schmeing, Patrick Striewe und Johannes Breuer das Publikum mit einem Schlagzeug-Intermezzo auf Plastikeimern und - fässern der verschiedensten Größen.

Das Hauptorchester unterhielt die Gäste in der Schlussphase des Konzertes mit volkstümlichen Melodien. Dazu gehörten der „Kitzbühler Standschützenmarsch“ ebenso ein Potpourri bekannter Melodien der Band „Toto“. Richtig klassische Blasmusik wurde zum i-Tüpfelchen eines breit gefächerten Repertoires. Bei Walter Tuschlas „Auf geht´s Buam“ und Norbert Gälles „Böhmischer Traum“ gönnten sich die Schlagzeuger ein Maß Bier, ein paar Bläser schunkelten eifrig mit, und das Publikum ersetzte mit Klatschparaden die fehlenden Rhythmen trinkender Schlagzeuger.
Die Tradition, mit der Zugabe „Alte Kameraden“ das Frühjahrskonzert zu beenden, hat inzwischen auch den mehrmaligen Dirigentenwechsel überlebt.

Text und Photos: Mit freundlicher Genehmigung von Helmut Scheffler.


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